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Value Based Sourcing

Lieferanten können nicht nur dazu eingesetzt werden, die Materialkosten zu senken, sondern sie können auch signifikant zu Wertsteigerungen durch Innovationen beitragen. Der Wert der Lieferanten liegt nicht nur in dem Angebot günstiger Produkte, sondern in dem erheblichen Wissen - z.B. über das Wettbewerbsumfeld, den Markt, Technologien und sogar über die internen Prozesse und spezifischen Herausforderungen ihrer Kunden. Richtig genutzt, stellt dieses Wissen den maßgeblichen Teil des Lieferantenwerts dar. Der Lieferant kann auf vielfältige Art Wert für seinen Kunden generieren, zum Beispiel durch die Reduktion der Zeit bis zur Markteinführung, bessere Produktqualität oder eine Steigerung der Markenbekanntheit
Die systematische Nutzung des Know-hows der Lieferanten steht aber oft noch am Anfang.
Value Based Sourcing ist ein Ansatz, mit dem Lieferanten hinsichtlich Ihrer Fähigkeiten mit dem Ziel der Wertmaximierung ausgewählt werden, und kontinuierlich zu Innovationen motiviert werden.
Der Value Based Sourcing-Prozess besteht grob aus den Phasen "Wertdefinition" und "Wertgenerierung" und verfolgt das Ziel, zum einen Werttreiber und die dafür geeigneten Lieferanten auszuwählen und zum anderen nachhaltig den Know-how-Austausch mit diesen Lieferanten zu fördern.
Bei der Umsetzung des Value-Based-Sourcing-Prozesses müssen vor allem sieben kritische Erfolgsfaktoren befolgt werden:

  • Fokus: Die Lieferantenauswahl und der Know-how-Austausch müssen fokussiert sein, damit nicht eine Flut von Ideen entsteht, von denen sich ein zu hoher Prozentsatz als nutzlos erweisen könnte
  • Governance: Gezielte Wertgenerierung setzt ein bereichsübergreifendes Team und klare Entscheidungs- und Eskalationsmechanismen voraus
  • Disziplin: Die Teammitglieder müssen Verantwortung für die Zusammenarbeit übernehmen und Aufgaben und Verantwortlichkeiten dokumentieren
  • Vertrauen: Lieferanten müssen sicher sein, dass ihre Ideen nicht anderen Lieferanten zugänglich werden. Nachvollziehbare vertrauensbildende Maßnahmen gehören deshalb zum Prozess
  • Anreize: Den Lieferanten müssen die richtigen strukturellen und/oder monetären Anreize angeboten werden, z. B. in Form geteilter Gewinne
  • Prozessschnittstelle: Zur Wertgenerierung sind Schnittstellen mit vielen Prozessen im Unternehmen zu steuern, z. B. Innovation oder Produktplanung
  • Tools und Systeme: Webbasierte Instrumente zur Bewertung und Verfolgung von Lieferantenideen und eine gut funktionierende Kollaborationsplattform unterstützen den Ideenfindungsprozess.

Value Based Sourcing erfordert ein über das übliche Maß hinausreichendes Mandat für die Funktion des Einkaufs. Die erweiterte Nutzung von Lieferantenfähigkeiten im Sinne der Wertgenerierung weist dem Einkauf eine strategisch bedeutendere Position innerhalb einer Organisation zu.



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Die Angebotsmacht wird von folgenden Parametern beeinflußt:
  • Wie viele glaubwürdige Lieferanten gibt es?
  • Wie verteilen sich die Marktanteile?
  • Wie ist die Dynamik von Fusionen und Akquisitionen im Lieferantenmarkt?
  • Wie leicht können neue Anbieter in den Markt einsteigen?
  • Wie leicht können Lieferanten gewechselt werden?
  • Wie verfügbar sind Substitutionsprodukte?
  • Wie ist die Verfügbarkeit der Produkte?
Die Nachfragemacht wird von folgenden Parametern beeinflußt:
  • Welchen Anteil am relevanten Absatzmarkt (einer Region) hat das Unternehmen?
  • Welche Wachstumsperspektiven bietet das Unternehmen für Lieferanten?
  • Welche Möglichkeiten zu Weiterentwicklung von Kompetenzen bietet das Unternehmen für Lieferanten?
  • Welchen Imagegewinn können Lieferanten daraus ziehen, für das Unternehmen zu arbeiten?


 


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