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KostenregressionsanalyseDie Kostenregressionsanalyse basiert auf der Methode der statistischen Regressionsanalyse, die dazu dient, Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichen Variablen zu quantifizieren und in einer mathematischen Formel darzustellen. Diese Abhängigkeiten können sehr vielseitig sein und lassen sich an einem Beispiel illustrieren. Der Preis eines Hotelzimmers hängt von diversen Faktoren ab. Zum einen macht es einen Unterschied, ob man ein Business-Hotel in der Stadt, ein Luxushotel am Stadtrand oder einen Dorfgasthof auf dem Land bucht. Weiterhin spielt es eine Rolle, ob das Etablissement zu einer Kette gehört oder von einem Einzelunternehmer geleitet wird. Und wichtig sind: Größe des Hotels, Ausstattung mit Wellness, Fitness und so weiter, die Güte des Restaurants, der Umfang der Sonderleistungen für Business-Dauerkunden etc. Damit ist die Liste keineswegs vollständig, aber was qualitativ relativ schnell aufgezählt ist, kann mit Hilfe der statistischen Regressionsanalyse mathematisch dargestellt werden. Die Regressionsanalyse ermöglicht zum Beispiel bei Hotels generell zwei Fragen zu beantworten:
Die Kostenregressionsanalyse in der Beschaffung untersucht zum Beispiel lineare Beziehungen zwischen den Kosten einer Baugruppe und ihren technischen Parametern. Bei der Kostenregressionsanalyse handelt es sich also gemäß der o.a. Klassifizierung um eine multivariate, lineare Regressionsanalyse. Theoretisch gibt es keine Anwendungsbeschränkungen einer Kostenregressionsanalyse. Sie kann jederzeit eingesetzt werden, um Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichen Variablen darzustellen. Es muss lediglich sichergestellt werden, dass die richtigen erklärenden Variablen festgelegt werden. Sinnvoll ist es auch, sich frühzeitig zu fragen, ob ein tatsächlicher Kausalzusammenhang und nicht nur ein statistischer Zusammenhang beschrieben wird. In der täglichen Praxis des Einkaufs haben sich bestimmte Voraussetzungen herauskristallisiert, unter denen eine Anwendung der Regressionsanalyse zweckmäßig ist. Nur durch diesen engen Praxisbezug kann sichergestellt werden, dass der Aufwand zum Beispiel für die Datensammlung mit dem möglichen Ertrag aus der Anwendung dieser Methode in einem angemessenen Verhältnis steht. In der Praxis haben sich vier Kriterien herauskristallisiert, die wichtiger sind als andere, um eine Regressionsanalyse erfolgreich anzuwenden: Die Kostenregressionsanalyse wird in erster Linie für kaufmännische Anwendungen genutzt. Damit kann relativ schnell organisationsübergreifend Transparenz in das Preisgefüge eines bestimmten Teils oder einer Baugruppe gebracht werden. So lässt sich beispielsweise feststellen, ob ein bestimmter Lieferant systematisch über alle Ausprägungen einer Baugruppe zu teuer ist, oder nur punktuell. Darüber hinaus kann ermittelt werden, ob bestimmte Geschäftseinheiten prinzipiell zu teuer einkaufen. Diese Informationen können gezielt für Nachverhandlungen mit Lieferanten genutzt werden, um kurzfristige Einsparungen zu erzielen: Die Ergebnisse einer Regressionsanalyse in Verhandlungen ermöglichen die Identifizierung hochpreisiger Teile und reduzieren in der Regel die Preise. Um diese Nachverhandlungen erfolgreich durchzuführen, muss eine Verhandlungsstrategie für jeden Lieferanten erarbeitet werden, die ein Risikoszenario berücksichtigt und die Technik mit einbezieht. Mit Hilfe der Kostenregressionsanalyse können kurzfristig Hochpreisphasen von Teilen/Baugruppen identifiziert und im Rahmen von Nachverhandlungen reduziert oder beseitigt werden. Darüber hinaus kann die Kostenregressionsanalyse als partnerschaftliches Instrument genutzt werden, indem langfristig Preise basierend auf technischen Spezifikationen ermittelt werden. Die Verwendung der Regressionsfunktion als Zielpreisfunktion kann also als Instrument zur Gestaltung langfristiger Beziehungen zu Lieferanten im Einvernehmen genutzt werden. Im Wesentlichen werden so technische Optimierungen erreicht, vor allem eine Variantenreduktion. Hier sieht man eindrucksvoll und übersichtlich, wie viele Varianten ("Punkte") einer bestimmten Baugruppe es in einer Organisation gibt. In der Praxis hat diese Erkenntnis häufig für Überraschungseffekte gesorgt, da man die tatsächliche Variantenzahl häufig unterschätzt hat. Auf Basis dieser Analyse und einer "sauberen" Varianten-/Kosten-Darstellung lässt sich eine faktenbasierte Diskussion führen, um Variantenkosten dem Kundennutzen gegenüberzustellen und im Endeffekt Varianten zu reduzieren. Auch die Entfeinerung und Vereinfachung der Produkte kann mit der Regressionsanalyse betrieben werden. Die Regressionsanalyse zeigt nicht nur die Anzahl der unterschiedlichen Varianten, sondern darüber hinaus auch, wie viele unterschiedliche Komplexitätsstufen oder Produktgruppen es innerhalb einer Produktlinie gibt. Auch hier kann eine faktenbasierte Diskussion darüber geführt werden, wieweit Produkte vereinfacht werden können. Die Kostenregressionsanalyse empfiehlt sich damit nicht nur für Kostensenkung, sondern auch für die Produkterntwicklung.
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