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Komplexitätsreduktion

Eine Reihe von Untersuchungen weisen nach, dass die Komplexität in Unternehmen negativ mit der Ertragskraft korreliert. Diese Erkenntnis lässt sich von der Ebene des Gesamtunternehmens auf die Produktkomplexität und damit auf die Interaktion mit Lieferanten übertragen.
Immer mehr Unternehmen leiden unter steigender Produktkomplexität. Die Treiber dafür sind vielfältig und resultieren aus der Differenzierung von Kundenbedürfnissen, kürzeren Produktlebenszyklen, hohen Innovationsraten und sind teilweise auch mangelnder Disziplin in Entwicklung und Produktmanagement geschuldet. So wird es nahezu unmöglich, Mengeneffekte bei Lieferanten zu realisieren.

Um die Produktkomplexität systematisch in den Griff zu bekommen, hat sich ein Ansatz in vier Schritten bewährt:

  1. Erstellung von Variantenbäumen: Zielsetzung ist, Transparenz herzustellen und die vorhandene Komplexität innerhalb von Warengruppen zu verstehen. Dazu werden die Treiber für die Komplexität, z.B. bei Getrieben:
  • Typ - Manuell, Automatik oder Doppelkupplungsgetriebe
  • Einbauart - Längs- oder Quermotor bzw. Heckmotor
  • Leistungsklasse - Drehmoment größer oder kleiner als 300 Nm

  • ermittelt. Beim angeführten Getriebebeispiel würden sich ca. 50 Komplexitätstreiber ableiten lassen. Die vorhandenen Getriebe werden dann nach diesen Komplexitätstreibern in einer Baumstruktur abgebildet. Die Variantenbäume werden mit zusätzlichen Daten angereichert (z.B. Teilepreis, Stückzahlen, Garantiekosten, oder andere relevante Daten), damit am Ende des ersten Schrittes eine umfassende Visualisierung vorliegt.
  1. Bildung eines Maximalszenarios: Hier werden im Variantenbaum ähnliche Varianten identifiziert und Potential zur Zusammenlegung oder Eliminierung ermittelt.
  2. Erstellung eines Business-Case: Kostenreduzierungspotential und Ertragseffekte werden erforderlichen Investitionen und Ressourcenbedarfen gegenübergestellt. Auf Grundlage dieses Business Case kann eine faktenbasierte Entscheidung erfolgen.
  3. Ableitung eines Maßnahmenplans: In interdisziplinären Diskussionen mit Produktmanagement, Vertrieb, Entwicklung, Produktion und Einkauf wird über die einzelnen Maßnahmen zur Komplexitätsreduktion entschieden und ein Umsetzungsplan erstellt.

  4. Durch diese Maßnahmen ist die Beschaffung zukünftig in der Lage, weniger Teile mit höheren Volumina zu kaufen. Die Einsparungen werden nicht nur auf der Beschaffungsseite durch bessere Einkaufspreise erzielt, auch Entwicklung, Produktion und Logistik profitieren.



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Die Angebotsmacht wird von folgenden Parametern beeinflußt:
  • Wie viele glaubwürdige Lieferanten gibt es?
  • Wie verteilen sich die Marktanteile?
  • Wie ist die Dynamik von Fusionen und Akquisitionen im Lieferantenmarkt?
  • Wie leicht können neue Anbieter in den Markt einsteigen?
  • Wie leicht können Lieferanten gewechselt werden?
  • Wie verfügbar sind Substitutionsprodukte?
  • Wie ist die Verfügbarkeit der Produkte?
Die Nachfragemacht wird von folgenden Parametern beeinflußt:
  • Welchen Anteil am relevanten Absatzmarkt (einer Region) hat das Unternehmen?
  • Welche Wachstumsperspektiven bietet das Unternehmen für Lieferanten?
  • Welche Möglichkeiten zu Weiterentwicklung von Kompetenzen bietet das Unternehmen für Lieferanten?
  • Welchen Imagegewinn können Lieferanten daraus ziehen, für das Unternehmen zu arbeiten?


 


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