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Invention on Demand
Patentgeschützte Lieferanten sind eine besondere Herausforderung an den Einkauf. Die klassischen Sourcing-Ansätze versagen bei diesen Lieferanten, die jeden möglichen Preis für ihre Produkte verlangen können. Den Patentschutz einfach zu ignorieren und das Produkt inzusourcen oder es von einem anderen Lieferanten anfertigen zu lassen, wäre eine Option. Dagegen stehen warnend die zahllosen und mitunter sehr kostenintensiven Patentrechtsstreitigkeiten. Jedoch schauen sich Einkaufsvorstände immer öfter nach Alternativen zu patentgeschützten Lieferanten um. Dazu bedienen sie sich des Ansatzes "Invention on Demand". Dieser basiert auf TRIZ - einer Methodik, die aus dem Russischen stammt und für "Theorie des erfinderischen Problemlösens" steht. TRIZ nutzt empirische Grundgesetze des erfinderischen Denkens und hält viele Werkzeuge für eine systematische Problemlösung bereit.
Das Invention-on-demand-Problemlösungsmodell umfasst vier Schritte:
- Bewertung des spezifischen technischen Problems: Das technische System wird bis in seine kleinsten Elemente aufgegliedert, und die funktionalen Beziehungen zwischen diesen Elementen werden dann grafisch dargestellt. Dieses Funktionsmodell fokussiert das abschließende Ergebnis oder das Endprodukt des Techniksystems. Alle weiteren Elemente werden einem Funktionsrang zugeordnet, der den Abstand zum Endprodukt und den Ausgleich ihrer nützlichen und schädlichen Funktionen berücksichtigt. Je näher ein Element an dem Produkt ist und je mehr nützliche Funktionen es besitzt, desto höher der Funktionsrang.
- Übersetzung des spezifischen technischen Problems in ein allgemeines wissenschaftliches Problem: Beginnend mit dem niedrigsten Funktionsrang (also mit dem wenigsten nützlichen Element) werden die Elemente dann systematisch eliminiert. Dadurch werden Widersprüche in dem technischen System sichtbar, d.h. allgemeine wissenschaftliche Probleme generiert: "Wie können die nützlichen Funktionen des eliminierten Elements ohne das Vorhandensein dieses Elements erbracht werden?" oder "Wie kann man den verbliebenen Elemente beibringen, die nützlichen Funktionen des eliminierten Elements zu übernehmen?"
- Suche nach allgemeinen wissenschaftlichen Lösungen: Die Widersprüche werden systematisch aufgelöst. Dazu werden über Algorithmen unterschiedlichste Felder der Physik nach Lösungsansätzen durchsucht. Für jedes der eliminierten Elemente erhält man daraus eine Reihe von Ideen, viele davon sehr exotisch. Diese Ideen sind typischerweise sehr allgemein und lassen viel Spielraum in der Umsetzung. Die Bündelung dieser Ideen führt zu Hunderten von Grobkonzepten. In diesem Schritt ist es entscheidend, kein Grobkonzept vorzeitig zu verwerfen. Vielmehr ist Vollständigkeit ein wesentlicher Aspekt eines "Invention-on-demand"-Projektes und zugleich der Garant für die Verfolgung aller möglichen Lösungen.
- Übersetzung allgemeiner wissenschaftlicher Lösungen auf spezifische technische Lösungen: Der letzte Schritt eines solchen Projektes entwickelt die Grobkonzepte in spezifische und machbare technische Lösungen weiter. Die Grobkonzepte werden dazu in intensiven Diskussionen mit den unterschiedlichen Funktionsverantwortlichen überprüft. Dabei werden Einblicke von Entwicklern, Produktverantwortlichen, von Marketing und natürlich Einkäufern berücksichtigt. Widerstände sind in diesem Schritt nicht selten. Um zur optimalen Lösung zu kommen, ist deshalb eine starke Führung erforderlich. Anhand von fundierten Analysen kristallisieren sich ein oder zwei Dutzend Grobkonzepte heraus. Diese werden in kommerziell entwicklungsfähige Konzepte übertragen, von denen die meisten patentiert werden können. Die Laufzeit eines typischen "Invention-on-demand"-Projekts vom Kick-off bis zu den kommerziell entwicklungsfähigen Konzepten beträgt in der Regel drei bis vier Monate.
Die Ergebnisse eines solchen Projektes werden oft sehr unterschiedlich genutzt. Einige Unternehmen haben die Ergebnisse genutzt, intern kritische Kompetenzen aufzubauen. Die meisten nutzten die alternativen Konzepte als Verhandlungshebel mit dem aktuellen Lieferanten. Durch "Invention on demand" kann ein Unternehmen aber nicht nur das Problem patentgeschützter Lieferanten lösen, sondern auch teure Komponenten durch weniger teure ersetzen.
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Die Angebotsmacht wird von folgenden Parametern beeinflußt:
- Wie viele glaubwürdige Lieferanten gibt es?
- Wie verteilen sich die Marktanteile?
- Wie ist die Dynamik von Fusionen und Akquisitionen im Lieferantenmarkt?
- Wie leicht können neue Anbieter in den Markt einsteigen?
- Wie leicht können Lieferanten gewechselt werden?
- Wie verfügbar sind Substitutionsprodukte?
- Wie ist die Verfügbarkeit der Produkte?
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Die Nachfragemacht wird von folgenden Parametern beeinflußt:
- Welchen Anteil am relevanten Absatzmarkt (einer Region) hat das Unternehmen?
- Welche Wachstumsperspektiven bietet das Unternehmen für Lieferanten?
- Welche Möglichkeiten zu Weiterentwicklung von Kompetenzen bietet das Unternehmen für Lieferanten?
- Welchen Imagegewinn können Lieferanten daraus ziehen, für das Unternehmen zu arbeiten?
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